Gut oder Schlecht – Langeweile? – Kreative Phase oder Killer

Langweile hat ein schlechtes Image.

Aber warum?

Fördert oder behindert Langeweile unsere Kreativität.

Diese Fragen soll dieser Beitrag klären.

Um „Langweile“ in der Tiefe zu verstehen, ist sinnvoll einen Blick auf Langweile in Wandel der Zeit zuwerfen.

Dies ist der 2. Teil unseres Ultimate GUDIE gegen Langweile. Sehe Dir auch andere Kaptiel an.

Die geschenkte Zeit – Langweile in der Antike

Die Bedeutung des Worts „Langweile“ hat sich im Lauf der Geschichte verändert.

Blicken wir zurück auf die alten Römer. Zu dieser Zeit besaß die „Langeweile“ (lateinisch: otium) einen besseren Ruf / Image als die Arbeit (lateinisch: negotium). Der Römer genoss die Zeit und des Nichtstuns und gab damit an, sich ein paar Stunden „Langeweile“ zu gönnen. Die Langweile wurde als ein Geschenk angesehen, welches sich arme Bürger und Sklaven nicht leisten können.

Blitzartiger Imagewandel

Als das junge Christentum entstand, wandelte sich Image schlagartig.

Die Langeweile gilt in der christlichen Lehre als der „Anfang aller Laster„. Heute verbinden wir Langweile und Nichtstun mit „Arbeitslosen“, „Harz IV“, „Taugenichtse“ und „Trödler“. Die Langweile hat diese schlechte PR bis heute. Der Ruf ist so schlecht wie lange nicht mehr.

Work-hard-play-hard“ und die Geschäftigkeit sind das Ideal in der westlichen Gesellschaft. Dieses Ideal verteufeln Langweile und verlangen nach einer ständigen Beschäftigung..

Schlechte Auswirkungen von Langweile

Mehre Studien zeigen, dass gelangweilte Menschen schneller fahren als nicht-gelangweilte Menschen. Das Autofahren deklarieren diese als einen Zeitvertreib, was vermutlich die Probanden veranlasst, schneller zu fahren.

Bei Teenager wirkt Langweile sich negativ aus: Die Wahrscheinlichkeit steigt um 50 % von Rauchen, Alkohol oder Drogen abhängig zu werden, wenn die Jugendliche von Langeweile getrieben sind. Der Gefühlszustand wird oft als ein Grund für die Fettleibigkeit in Deutschland angeführt – viele essen und naschen, weil Sie nichts Besseres zu tun haben.

Wenn Du Langeweile vermeiden möchtest, rate ich Dir die freien Phasen mit sinnvollen oder angenehmen Aktivitäten zu füllen. Eine Quelle der Inspiration ist meine kostenfreie App „Stop2Bore“ mit 1000+ Anregungen, Locations und Events in Deinem Umkreis. Du kannst diese Du im Google Play Store downloaden oder über einen Browser als PWA nutzen.

Kreativitätsmotor Langeweile Heute und damals

Die klugen Köpfe von damals

Der Naturforscher Isaac Newton gilt als der Begründer der Gravitationstheorie und klassischen Mechanik.

Der Legende nach ist ihm 1660 ein Apfel auf den Kopf gefallen, da sich vor Langweile unter einen Baum gesetzt hat. Die Erkenntnis, dass große Dinge (Erde) kleiner Dinge (Apfel) anzieht, hat ihm zum Niederschreiben der Scherwerkraft-Theorie gebracht.

Albert Einstein behaupten sogar, dass er nur bei Langeweile und Unterforderung besonders kreativ sein kann. Beim Tagträumen aktiviert das Gehirn Regionen, die Reiz abhängig sind.

Die langweiligen Entwickler von heute

Das Management eine englische Software-Entwicklungsfirma „Attlassian“ beauftragte allen Mitarbeitern 1 Tag folgendes zu tun: Sie sollen machen, was auch immer sie wollten. Sie dürfen Party machen, programmieren, Ideen testen, quatschen. Das Resultat des Tags waren neue Software-Ideen und -strategien, die für die Firma noch immer sehr profitabel sind

6 Schritte, um Langweile als Kreativität-Booster zu verwenden

Ich möchte Dir zeigen, wie Du die Langweile zu Deinem Vorteil nutzen kannst. Dazu sind folgenden 6 Schritte notwendig, die Du auch genau in dieser Reihenfolge abarbeiten solltest.

Ich veranschauliche das Konzept anhand eines bekannten Problems:

Sam, Programmierer mit 25 Jahre, schafft es nicht bis nächste Woche den Webshop fertig zu stellen.

1.     Problem / Aufgabe verstehen

Im ersten Schritt sollst Du die gegebenen Herausforderungen zu verstehen. Bitte, beantworte die folgenden Fragen auf einem Blatt oder digital:

Wo liegen die Schwierigkeiten?

Sam: Syntax-Fehler im Code, unklare Vorstellungen, was gemacht werden soll.

Was sind die Rahmenbedingungen?

Sam: Bis nächsten Montag etwas funktionierendes liefern.

Was ist eigentlich das Ziel?

Sam: Das Projekt abschließen, ohne die Nächte durch zu programmieren

Was möchte ich nicht erreichen?

Sam: einen verärgerten Kunden, schlechte Qualität.

Durch diese Übung erhältst Du ein besseres Verständnis von dem Problem und den eigentlichen Kernpunkt, den Du bei der Lösung angehen musst. Viele überspringen diesen Punkt des Lösungswegs oft, diesen Punkt weg, wundern sich aber warum sie nicht das Problem gelöst haben. Grund hierfür, ist das die Personen eine Lösung für ein anderes nicht relevantes Problem gefunden haben.

2.     5 min Pause gönnen!

Schiebe Deine Notizen zur Seite und hole Dir erst einmal einen großen Kaffee!

Zur kreativen Lösungsfindung solltest Du Dich langweilen (zu mindestens ein paar Minuten). Nachdem Du die Kernthematik des Problems erfasst hast, kannst Du Dir eine Pause gönnen.

  • Starre Dir die Wolken an und versuche geheime Botschaften zu erkennen.
  • Schaue auf eine weiße Wand an und versuche Muster in der Struktur zu erkennen
  • Überlege, ob die Oberfläche Deiner linken Hand größer ist als die der rechten.

Mit diesem Schritt verlagerst Du das „verstandene“ Problem in Dein Unterbewusstsein, welches viele kreativere Ansätze entwickeln kann.

3.     Brainstorming

Nach der Pause geht es nun an das Auswerten der kreativen Phase.

  • Schreibe so schnell es geht ALLES auf.
  • Beachte nicht die Rechtschreibung, Vollständigkeit, Absurdes oder Komisches.
  • Halte alles auf Papier oder digital fest.

B. mit dem Auftraggeber über die Minimalfunktionen reden, mehr auf Funktionalität – nicht auf Aussehen achten, neunen Assistent einarbeiten.

4.     Lösungsansätze erstellen

Nehme die gewonnenen Ideen und schreibe alle Ideen in eine Excel, die sich halbwegs logisch sind. Formuliere diese etwas aus (in max 1-3 Sätze).

Darüber schreibst Du nochmals das zu lösende Problem mit den Rahmenbedingungen auf.

Dann lege Spalte für Umsetzbarkeit, Passend, Kosten / Aufwand an.

Idee mit ErklärungPassend?UmsetzbarkeitKosten und Aufwand
mit dem Auftraggeber über die Minimalfunktionen reden.   
mehr auf Funktionalität – nicht auf Aussehen achten.   
neunen Assistent einarbeiten.   

5.     Bewertung der Lösungsansätze

Bewerte die Lösungsideen für die Umsetzbarkeit

PunktePassendUmsetzbarkeitKosten und Aufwand.
7Lösung kann das Problem umfassend lösen.einfach umsetzbarLösung ist kostenfrei / sehr günstig bzw. schnell durchführbar.
4Lösung kann das Problem zum größten Teil lösen.3 umsetzbar3 Lösung hat seien Kosten.
1Lösung kann das Problem eingeschränkt lösen.2 Umsetzbarkeit fraglich2 Lösung ist sehr teuer, aber umsetzbar.
01 Was hat das mit dem Problem zu tun?1 fast unmöglich1 Lösung nicht bezahlbar / viel zu aufwendig

6.     Umsetzen

Nach der Analyse der Ideen summierst Du die Zeilen auf und sortierst absteigend nach der gebildeten Summe.

Fokussiere Dich auf die erste Strategie und versuche diese umzusetzen. Wenn Du an einen Punkt kommst, wo die Weiterverfolgung der Strategie nicht praktikabel erscheint, dann nehme die nächste.

Werfe aber nicht zu früh das Handtuch. Investiere ein paar Tropfen Schweiß, bevor du Deine Strategie änderst.

Idee mit ErklärungPassend?UmsetzbarkeitKosten und Aufwand.Summe
mit dem Auftraggeber über die Minimalfunktionen reden.77519
mehr auf Funktionalität – nicht auf Aussehen achten.1438
neunen Assistent einarbeiten.4217

Wissenschaft dahinter. Warum funktioniert das?

Wieso kann ich mehr Ideen generieren, wenn ich eine Pause einlege?
Wieso ist die langweilige Zeit ein Booster für Deine Kreativität?

Das Tagträumen und bekannte Abschweifen der Gedanken entspricht ungefähr einen Traum bei Nacht. Das erfasste Problem verschwindet aus Deinem Bewusstsein und taucht ab in Dein Unterbewusstsein ab. Dort kann das Gehirn neue Verbindungen von neuen Ideen erstellen, die Du dann in der Brainstorming-Phase komplett abschöpfen kannst.

Mit der kleinen Pause gewinnst Du etwas Abstand von dem Problem und siehst dieses nochmal mit anderen Augen, wenn Du die Deine Ideen sammelns.

Das Selbst-Experiment für alle die skeptisch sind

Um zu testen, dass Dein Gehirn kreativer im Unterbewusstsein agiert als im Wachzustand, kannst Du folgenden Übung machen.

  1. Schreibe alles auf, was Du mit einem Backstein machen kannst (5 Min).
  2. Was kann ich mit einem Blatt Papier machen? Stop! Langweile Dich drei Minuten und schreibe dann 2 Min.

Zähle alle Ideen und vergleiche die Anzahlen (Menge geht vor Qualität).

Achtung: Die Schwierigkeit

Diese Strategie funktioniert nur, wen Du keine Simulation von außen hast. Smartphone und Internet bieten unbegrenzte Möglichkeiten der Stimulation. Diese sind für das kreative, unterbewusste Denken kontra produktiv. Die Stimulation mit Ideen soll von innen kommen und nicht von äußeren Faktoren beeinflusst werden-

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